Auf nach China – Sommerlager 2018

Samstag, 4. August 2018 – Die kräftige Sonne stand noch im Osten und verkündete bereits einen heißen Tag. Einige Schweißperlen rannen den Haaransatz hinab und ließen dunkle Flecken auf den mit fremden Schriftzeichen verzierten Tüchern zurück, die sich manche um die Stirn gebunden hatten. Breit geflochtene und spitz zulaufende Chinesenhüte wippten auf den langen Zöpfen, einige hatten ihre Haare mit langen Stäbchen am Hinterkopf fixiert. Die letzten Vorbereitungen waren getroffen und der Gutenzeller Sportplatz mit verschiedenen Spiel- und Geschicklichkeitsstationen übersät. Die rund 40 Betreuer warteten gespannt auf die etwa 120 Ankömmlinge, Kinder von 8 bis 14 Jahren, um die nächsten Tage gemeinsam nach den Geschichten der englischen Missionarin Gladys Aylward in chinesisches Ambiente einzutauchen.

Nach einer Wanderung zum Lagerplatz war der gesamte Ablauf von nun an gerahmt in fernöstlichen Flair. Ein selbst gebauter Gong verkündete mit vollem Ton den Start jeder Zusammenkunft, das Essenszelt wurde mit großen bunten Lampen geschmückt und auf dem Platz ein Teehaus mit bepflanztem Teich davor errichtet, das in der freien Zeit liebevoll mit Tee und Keksen bewirtet wurde. Die Fahne, der ganze Stolz jeden Lagers, wurde aufgestellt und die Kinder in deren Bewachung eingewiesen. Morgens weckte dann täglich lauter Gesang der Betreuer die Teilnehmer.

Bevor es nachmittags und abends an verschiedenes Programm ging, steckten die Kinder und ihre Mitarbeiter in Kleingruppen vormittags ihre Köpfe zusammen. Sie erkundeten Geschichten aus der Bibel, erfuhren Spannendes aus dem Leben mit Gott und tauschten sich darüber aus. Hin und wieder wurden diese teils sehr persönlichen Gespräche noch spätabends im Schlafsack weitergeführt.

Weitere Höhepunkte während der Woche waren nachmittags dann beispielsweise Workshops, bei denen die Kinder Larpschwerter, Klappstühle, Perlenarmbänder und Vieles mehr basteln konnten. Auch das Baden im Kirchdorfer Freibad, bei dem der ganze Lagerdreck einmal abgewaschen werden konnte, genossen alle. Leichter Regen ab und zu sorgte dafür, dass das Bad menschenleer war und niemand sich um die Duschen streiten musste. Ein Geländespiel rief an einem Nachmittag besonders viel Ehrgeiz und Motivation hervor. Dabei mussten verschiedene Stationen, wie, eine Leiter zu bauen, Feuer zu machen, ein Krankentransport oder Bogenschießen, so schnell wie möglich erfolgreich durchlaufen werden. Dieses mündete abends in ein großes Festessen, bei dem sich alle im Stäbchenessen versuchen durften. Die anschließende Tanzaufführung nach chinesischer Art einiger Betreuer sorgte für große Begeisterung. Typische Zeltlageraktivitäten wie Schokobananen und Stockbrot am Lagerfeuer oder das Schnitzen kreativer Stöcke mit dem Taschenmesser durften während der Woche natürlich auch nicht fehlen. Auch nachts kam es regelmäßig zu viel Tumult. Dank kurzen Unaufmerksamkeiten der Nachtwache gelang mysteriösen Überfällern schändlicherweise zweimal der Raub der Fahne.

Dankbar über das schöne Zeltlager und die neu geschlossenen Freundschaften verliessen die Kinder am letzten Tag den Lagerplatz. Jedoch nicht bevor noch einmal mit den Eltern das diesjährige Lagerlied „Du bist gut, Herr, wahrhaft gut, Herr, darum hoffe ich fest auf dich“ gesungen wurde.