Jugend wandert – Hardcore himmelwärts

Mit Rucksäcken voll Schlafsäcken, Wanderproviant und Blasenpflaster geht es am Samstagmorgen los vom heimischen Ochsenhausen ins hinterländische österreichische Tannheimer Tal.
Zu zehnt wollen wir eine 2-Tages-Tour in den Bergen machen.
Nachdem am Parkplatz die letzten Befestigungsmechanismen der Schlafsäcke überprüft und optimistisch Sonnencreme aufgetragen wird, laufen wir gemütlich los.
Wir werden von einem überaus unerwarteten genialen Wetter begleitet, bei dem wir hautnah erleben dürfen was es heißt wenn Gott uns Gutes tut. Angesagt war bedeckter Himmel und Gewitter. Wir werden mit strahlendem Sonnenschein beschenkt!
Kurz vor dem eigentlichen Aufstieg pushen wir uns noch kurz im klaren Wasser des ersten Bergsees, das uns vor Kälte luftschnappend sofort wieder raussprinten lässt.
Dann geht es steil bergauf. Vorbei an abgerutschten Felshängen und kühlen Wasserfällen genießen wir die wunderschöne Aussicht.
Erste Erschöpfungserscheinungen machen sich unter der Last der schweren Rucksäcke bemerkbar, aber wir werden belohnt: Hinter dem nächsten Felsen wartet eine Schneeballschlacht und motiviert uns dem Pfad nach oben zu folgen. Nachdem wir auch den zweiten, diesmal mit einer Schneematschschicht überzogenen Bergsee hinter uns lassen, und gestärkt durch einen kurzen Input wissen, dass wir auf Gottes Wegen sicher ans Ziel kommen werden, wenn auch durch See und Tal, geht es ans Eingemachte. Unerwartet treffen wir hier auf steile Schneehänge, die es uns unmöglich machen trockenen Fußes zu bleiben und die – wegen spagatartig notwendigen Schritten – so mancher Hose das Leben kosten. Nebenan Mahnmale, die uns zeigen wieviele Wanderer an dieser Stelle schon abgestürzt sind. Umso froher sind wir als wir nach der rutschigen Kletterei endlich in der Landsberger Hütte, auf 1800m ankommen. Müde vom Aufstieg gönnen wir uns eine warme Mahlzeit, bevor wir dann nach ein paar Runden “Mäxle” ins enge Matratzenlager des 45-Personen-Schlafsaales fallen.

Am nächsten Morgen geht es nach einem leckeren Frühstück auf der bereits sonnigen Bergterrasse und “a poar aufgfüllten Flaschn Wosser” weiter, dieses Mal wollen wir den Gipfel der Schochenspitze (2069m) in Angriff nehmen. Spuren sind noch keine im Schnee, also können wir nur raten wo sich ein Weg befindet. Es geht immer höher, wir gelangen zu unglaublichen Aussichten, machen zwischendurch Bekanntschaft mit einem Murmeltier und schaffen es gerade noch zum Gipfelkreuz, bevor dichter Nebel uns und den Berg ganz umhüllt. Von den steilen letzten Metern erholend, lauschen wir auf der Spitze des Berges noch einmal einem Input aus Gottes Wort.
Dann machen wir uns an den Abstieg. Zurück stiefeln, oder besser gesagt rutschen über weitere Schneehänge heißt die Devise. Immer wieder lassen uns eingebrochene Schneelöcher inne halten. Ist darunter Fels? Oder Wasserfall? Gott weiß es und bringt uns sicher über jeden Hang.
Aber wir merken: die Knie werden immer wackeliger und bei jedem unachtsamen Tritt könnten wir abrutschen. Dort wo es schon keinen Schnee mehr gibt, hat die Schneeschmelze die Pfade in Bäche verwandelt, es gilt äußerste Vorsicht.
Dann steigen dunkle Wolken auf. Werden wir es vor dem Regen schaffen? Regenjacken werden angezogen und Rucksäcke mit Umhängen bekleidet.
Doch es bleibt bei ein paar einsamen Tropfen und nachdem wir etwas tiefer steigen und den Nebel hinter uns lassen, lässt die Sonne sich wieder blicken und wir geniessen den angenehmen letzten Teil unserer Tour mit einem wunderbar genialen Wetter.
Stolz, dankbar und glücklich kommen wir unten im Tal an und gönnen uns zum Abschluss erfrischendes Eis.

Es wird bestimmt nicht unsere letzte Bergtour gewesen sein, also haltet eure Schlafsäcke und Blasenpflaster bereit wenn es das nächste Mal heißt: Hardcore himmelwärts!